Kath. Kindertagesstätte St. Petrus In der Haag 14 a 54298 Welschbillig
Kath. KindertagesstätteSt. Petrus In der Haag 14 a54298 Welschbillig

Aktuelles

Elternbrief 25.04.2019

RAUMGESTALTUNG

 

Unsere Kindertagestätte macht sich auf den Weg zur „offenen Arbeit“. Wir nehmen Abschied von einer auf den Gruppenraum zentrierten Pädagogik zugunsten einer Pädagogik im ganzen Kindergarten. Angeregt durch Ideen des Sportpädagogen, Leiter des Institutes für angewandte Bewegungsforschung Rudolf Lensing-Conrady und den pädagogischen Fachkräften, die sich dafür entschieden haben, den bei den Kindern beobachteten Entwicklungsbedürfnissen Rechnung zu tragen. Der Begriff „offen“ charakterisiert das Konzept sehr treffend: Die Türen öffnen sich für mehr Freiräume der Kinder. Die Kinder können durch größere Entfaltungsmöglichkeiten spielerisch eine erweiterte Umwelt erfahren und werden offener für Neues. Dabei ist das Kind in allem der Mittelpunkt unseres pädagogischen Handelns. Offene Pädagogik bedeutet für uns in letzter Konsequenz, offen zu sein für die Bedürfnisse der Kinder. Der "Offene Kindergarten" ist als pädagogisches Konzept eine Antwort auf die Situation von Kindern heute, die andere Kindheitserfahrungen machen als Kinder in früheren Zeiten und ein Recht darauf haben, dass wir als Kindertagesstätte uns auf sie, auf ihre Bedürfnisse, Hoffnungen und Perspektiven einstellen.

Die Umsetzung erfolgt durch veränderte Raumgestaltung und -nutzung im Innen- und Außenbereich, die wesentliche Faktoren für die Handlungs- und Erfahrungsspielräume der Kinder darstellen, sinnvolle Spielmaterialien, die Kreativität freisetzen, klare Zeitstrukturen im Tagesablauf, die den Kindern als Orientierung dienen und qualifizierte und engagierte Erzieherinnen mit unterschiedlichen

Ausbildungen und Interessensschwerpunkten, die als verlässliche Bezugspersonen die Kindertagesstätte zum Lebensraum der ihnen anvertrauten Kinder machen. So hat sich in den letzten Wochen auch in unserer Kindertageseinrichtung bei der Umstrukturierung auf die „offene Arbeit“ einiges verändert. Die festen Gruppen wurden zu „Stammgruppen“ und „Funktionsräumen“. Hier werden die Kinder morgens von den Eltern hingebracht und mittags wieder abgeholt. Die Erzieherinnen der Stammgruppe sind die Ansprechpartner für die Eltern. Täglich wiederkehrende Rituale und Abläufe wie z. B. Begrüßung, Tasche aufhängen, Absprachen und Abschlusskreis finden in der Stammgruppe statt und geben den Kindern Sicherheit. Während der Freispielphase, die nach dem Ankommen beginnt, haben die Kinder die Möglichkeit, sich frei im ganzen Haus zu bewegen. Sie können die verschiedenen Funktionsräume oder das Außengelände aufsuchen und an verschiedenen Angeboten teilnehmen. In den jeweiligen Funktionsräumen ist die anwesende Erzieherin Ansprechpartnerin. Dadurch hat die Erzieherin Kontakt zu jedem Kind und die Kinder kennen alle Erzieher/innen.

Aufgrund unseres offenen Konzepts können alle Räume von den Kindern genutzt werden. Unser Raumkonzept ist vergleichbar mit zu Hause. Jedes Zimmer hat zu Hause eine bestimmte Funktion (Küche, Bad, Schlafzimmer, Esszimmer, Spielzimmer), in unserer Einrichtung ist das ebenso (Bistro, Kreativ- und Forscherraum, Rollenspielraum, Bauraum, Bibliothek, Schlafraum, Waschraum). Deren Ausgestaltung wird mit den Kindern reflektiert und verändert und so abgestimmt auf die Bedürfnisse der Kinder. Die Ausstattung der Funktionsräume bietet die Möglichkeit die Lernprozesse der Kinder zu unterstützen. Die Kinder können ihre Spielräume und Spielart frei wählen. Dabei lernen sie sich an Regeln und Absprachen zu halten, welche für die verschiedenen Bereiche gibt. Durch die freie Wahl der Spielpartner machen die Kinder zahlreiche Erfahrungen im sozialen Bereich und erfahren Gemeinschaft. Es zeigt sich, dass gut durchdachte Funktionsräume die Wahrnehmung und Ausübung der kindlichen Interessen und Bedürfnisse steigert und sich alle Beteiligten im Alltag wohler fühlen.

Aus diesem Grund haben wir Funktionsräume eingerichtet, die die Kinder neugierig machen, Interesse wecken, zum Entdecken und zu konzentrierter Beschäftigung anregen. Diese Räume sind für unsere Kinder jederzeit frei zugänglich. Die Räume als Spielbereiche sind so gestaltet, dass sie die Kinder zum selbständigen Handeln auffordern. Kinder sollen darin ihr Lernen selbständig organisieren. Die Räume haben eine deutlich erkennbare Funktion und vermitteln diese den Kindern durch ihre Gestaltung und die Wahl der Materialien. Den Kindern werden durch die unterschiedlichen Räume vielfältige Wahrnehmungs- und Erfahrungsmöglichkeiten eröffnet. Sie sollen darin möglichst ungestört sein, das heißt in Ruhe sein, zu sich kommen, entspannen, in sich hinein hören, in Bewegung sein, sich auspowern und toben. Sich selbst Ausdruck verleihen, aus sich heraustreten, in einer Gruppe sein, für sich allein sein, aktiv sein, konzentriert bei einer Sache sein, sich Unterhaltung verschaffen, zuschauen, beobachten, und betrachten...

Wer in seiner Kindheit Mitbestimmung und Beteiligung erlebt hat, wird sich auch später für eine gerechte, demokratische und solidarische Gesellschaft einsetzen. Deshalb ist es uns wichtig die Mitbestimmung von Kindern zu fördern und ihre eigenen Wünsche, Interessen und Bedürfnisse zu berücksichtigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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3. Juni 2018